#GrüneDebatte17

Wie schaffen wir den Durchbruch in der Klima- und Ressourcenpolitik?

 

In der Klimapolitik ist es fünf vor zwölf. Die Weltgemeinschaft hat nur noch wenige Jahre Zeit, um eine gefährliche Erwärmung der Ozeane und der Atmosphäre zu stoppen. Schaffen wir es nicht, dann werden die Lebensbedingungen von Millionen von Menschen und Tieren zerstört, mit unabsehbaren Folgen.

Trotz dieser Bedrohung blockiert ein Teil der Wirtschaft wirksame Lösungen. Zwar wurde in Paris ein neues Klimaabkommen unterzeichnet. Doch konkrete Taten haben es in allen Ländern schwer. Auch in der Schweiz machen viele einfach weiter wie bisher. Dank den Grünen konnten in der Energie- und Verkehrspolitik wichtige Verbesserungen erzielt werden. Auch der grüne Druck auf nachhaltige Geldanlagen hilft mit, den weltweiten Abbau von Öl, Gas und Kohle zu bremsen. Doch kleine Schritte führen uns nicht rasch genug ans Ziel.

Die Grünen müssen neue Wege finden, um die Menschen von der Notwendigkeit des Handelns zu überzeugen. Nicht mit Verzichtsapellen, sondern mit dem Aufzeigen von Chancen und Möglichkeiten. Nicht mit Vorwürfen, sondern mit Fakten und einer positiven Grundstimmung, die Lust auf Veränderung macht. Die Welt ist voller Lösungen. Und wir Grünen mittendrin!

 

Hintergründe für die Debatte

Analysen

Die ‚Tragik der Allmende’. Sind Menschen fähig, öffentlich und frei zugängliche Güter wie Weiden, die Meere oder die Atmosphäre fair und schonend zu nutzen? Eine Frage, die Genossenschaften in Berggemeinden seit Jahrhunderten genauso intensiv wie heute die globale Politik brennend beschäftigt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende

Probleme und Lösungsmöglichkeiten im Schweizer Klimaschutz aus Sicht der Akademie der Naturwissenschaften
https://naturwissenschaften.ch/uuid/2b06c5fb-cc63-5e48-a6f8-4c011eb84888?r=20170322160841_1494419456_0d8762b6-48e9-5186-a15e-a89c7ed607ff

Die Energiestrategie 2050 hat wichtige Themen ausgespart, z.B. den Umgang mit den defizitären Schweizer Atomkraftwerken. Die Atomlobby macht nun Jagd auf Subventionen, wie Ruedi Rechsteiner analysiert.
https://www.tageswoche.ch/de/2017_21/basel/750945/Rudolf-Rechsteiner-%C2%ABDie-   Atomlobby-hat-einen-perfiden-Plan%C2%BB.htm

Der 5. Sachstandsbericht 2014 der UN-Klimaschutzorganisationen IPCC. Hier die Zusammenfassung für politische EntscheidungsträgerInnen auf Deutsch:
http://www.de-ipcc.de/_media/IPCC-AR5_SYR-SPM_vorlaeufige-Uebersetzung_Dez2015.pdf

Wie zwei superreiche Familien die amerikanische Politik fernsteuern, auch beim Klimaschutz.
https://gruenedebatte.ch/wp-content/uploads/2017/06/Energie-Oligarchen_USA_Geld-stinkt-nicht-es-regiert_ZEIT_070617.pdf

In der Schweiz ist es die Familie Aegerter, die die Nuklearpromotoren alimentiert.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/noch-nie-wurde-so-dreist-gelogen/story/15112832 und http://solarmedia.blogspot.ch/search?q=Aegerter

 

Wachstumskritik

Wachstum beruht auf Pump. Schulden machen, um Schulden zu tilgen. Kann das gut gehen? Nein, sagen Hanspeter Guggenbühl und Urs. P. Gasche.
http://www.woz.ch/1044/alternative-wirtschaftspolitik/wachstum-beruht-auf-pump

Auch eine grün gepolte Ökonomie, deren wesentlicher Antrieb Gewinn, Konkurrenzfähigkeit und westlich-technologische Rationalität sind, wird die Naturbeherrschung und damit Zerstörung erhöhen. Essay der Deutschen Linken zu marxistischer, feministischer, ökologischer Wachstumskritik.
https://www.oekologische-plattform.de/tag/marxistische-wachstumskritik/

Hans Christoph Binswanger, Erfinder der ökologischen Steuerreform, zerpflückt die klassische kapitalistische Volkswirtschaftslehre. Abriss seiner Überlegungen auf Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christoph_Binswanger. Video zu seinem Buch „Die Glaubensgemeinschaft der Ökonomen“: https://www.youtube.com/watch?v=9rWX8gjLZLs

Grüne Ökonomie verspricht, ein Dilemma aufzulösen: die Lebensbedingungen auf der Erde zu erhalten, ohne dabei das Wirtschaftswachstum einzuschränken. Doch geht es ihr aus Sicht der Heinrich Böll Stiftung darum, Natur marktkonform zu definieren.
https://www.boell.de/de/2016/10/06/eine-neue-natur-im-schlepptau-der-gruenen-oekonomie?dimension1=ds_oekonomie_natur_de

Degrowth: Gelingt es, die nötige Arbeitszeit zu verkürzen, soziale Sicherheit für alle zu garantieren, die Kultur zu demokratisieren und die Umwelt zu schonen? Buchbesprechung des Decroissance-Autoren Helmut Knolle.
http://www.decroissance-bern.ch/storage/files/werke/rezension-kesselring_kinolle-wachstumsgesellschaft.pdf

Denknetz Schweiz: 12 Thesen zu Wirtschaftswachstum, Umweltschutz, Wohlstand.
http://www.denknetz-online.ch/IMG/pdf/Denknetz_Working_Paper_Wachstum_Feb_13.pdf

 

Neue, alte und umstrittene Lösungen

Ökologisches Bewusstsein und Handeln. Welche Faktoren fördern, welche hemmen den erforderlichen Wandel?
http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/klimawandel/38593/oekologisches-bewusstsein

Den Klima-Masterplan Schweiz – 2016 vorgestellt – vertreten 66 Organisationen der Ziviligesellschaft, auch wir Grünen.
https://uploads.strikinglycdn.com/files/d09ae0e0-d69e-4f29-a9a3-5d1813dcfae3/Klima-Allianz_Schweiz_Masterplan.pdf

Sollte man die Schweiz verpflichten, sich bis 2050 ganz aus der Verwendung (und Produktion) fossiler Energien zu verabschieden? Der klimapolitische Journalist und Autor Marcel Hänggi schlägt das vor.
http://www.mhaenggi.ch/laquoparisraquo-ernst-nehmen.html

Besser, anders, und vor allem weniger. Die Überwindung unsinniger Produktions- und Konsummuster.
https://www.boell.de/de/2017/02/01/besser-anders-und-vor-allem-weniger-interview-mit-barbara-unmuessig

«Green Change – Strategien zur Glücksmaximierung». Bastien Girod setzt auf Glück und Wohlbefinden für alle. Der Beobachter hat ihn interviewt.
http://www.beobachter.ch/natur/umweltpolitik/natur-umweltschutz/artikel/bastien-girod_ein-kurswechsel-ist-in-erster-linie-eine-frage-des-politischen-willens/

Die leidvolle Geschichte Schweizer Energielenkungsabgaben seit 1999 im Überblick.
https://www.nzz.ch/schweiz/energiedebatte-geht-weiter-lenkungsabgaben-im-gegenwind-ld.1299801

Ein alle Energieträger umfassendes Schweizer Energieszenario hat 2013 Greenpeace vorgestellt. Fazit: Wenn wir woll(t)en, ist eine 100% atom- und 96% C02-freie Energieversorgung 2050 Realität.
https://www.greenpeace.ch/2013/11/20/energy-revolution-so-kann-die-schweiz-ein-leuchtturm-fuer-den-klimaschutz-werden/

Grüne Wege aus der Ressourcenkrise. Resolution der Delegiertenversammlung der Grünen Schweiz vom August 2015.
http://www.gruene.ch/gruene/de/positionen/wirtschaft/oekologischer_umbau/positionspapiere_resolutionen_hintergrunddokumente/res_150822_gruene_wege_aus_der_franken-_und_ressourcenkrise.html

Der ‚Gesellschaftsvertrag für eine Grosse Transformation’, eine umfassende Gesamtschau auf den geforderten Umbau von Gesellschaft und Technologien, inklusive Blick auf die EU27. Verfasst 2016 durch den wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Bundesregierung (Zusammenfassung ab Seite 1).
https://www.bundestag.de/blob/434158/6fbf11d713565fa35d4387383389407d/adrs-18-228-data.pdf

Die Schweiz hat sich ein Klimaziel für 2020 gesetzt. Ob sie es erreicht, steht auf der Kippe. Im Parlament hat 2017 das Feilschen um die Klimapolitik bis 2030 begonnen.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweizer-klimaziel-steht-auf-der-kippe/story/12569455

Klima-Engineering heissen die grossräumigen, technologischen Eingriffe ins Klima, wie die Einlagerung von CO2 in den Untergrund oder die Beeinflussung der Sonneneinstrahlung durch reflektierende Partikel in der Atmosphäre. Die Schweizer Stiftung Risiko-Dialog fordert deren unvoreingenommene Diskussion. Die NZZ kommentiert.
https://nzzas.nzz.ch/wissen/hoert-auf-mit-dem-gequatsche-ld.1300073

Kernfusionen wie auf der Sonne hier auf Erden beherrschen. Ein PhysikerInnen-Traum. Die Experimentieranlage Wendelstein 7-X im Deutschen Greifswald hat 2015 ein Plasma erzeugt, noch ohne Kernfusion. Überblick über den Stand der Forschung.
http://www.dw.com/de/fusionsreaktor-wendelstein-7-x-startet/a-18909040

3 Kommentare

Markus Huber

Fünf vor Zwölf und „wir müssen unter 2 Grad bleiben“ entsprechen leider nicht mehr der Realität. Wir müssen damit rechnen, dass wir ca. 2030 einen Anteil von etwa 450 ppm CO2 (entspricht einer Zunahme von 2 Grad Celsiuis) erreicht haben und global wie auch lokal noch keine griffigen Massnahmen in Kraft sein werden, weiter Treibhausgase in unlimitierten Mengen zu emitieren. Die Zeit der kleinen Schritte und freiwilligem Verzicht ist vorbei. Unser Ziel muss sein, dass wir bis 2040 mindestens CO2 neutral werden müssen. Ohne Plan kann dieses Ziel nicht umgesetzt werden. Auch für aussenpolitische Fragen brauchen wir eine Strategie. Wie: Klimafllüchtlinge, Kontrolle des Rohstoffhandels, der zum grossen Teil über die Schweiz abläuft, Kontrolle der Finanzströme, etc
Wenn wir jetzt nicht handeln, werden die nächsten Generationen mit Recht sagen: Warum habt ihr nichts gemacht!

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Monika

Wird auch das Thema Ernährung ein Punkt sein? Der Übersteigerte Konsum an tierischen Produkten. Die Weideflächenutzung, die Abrodung von Naturgebieten für die Tierfuttermittelindustrie, etc. wenn man mal den ethischen Standpunkt weglassen möchte so sind das doch alles relevante Punkte in der Umweltthematik die nicht vorweg gelassen werden sollten.

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Scheiwiller Markus

Ja, wird das Thema Ernährung und Landwirtschaft ein Punkt sein?

Wir sollten doch den Aufbau einer Permakulturellen Lebensmittelproduktion im Siedlungsraum thematisieren. Oder wenigsten einmal zur Sprache bringen. Wir sollten die Strukturen schaffen das die Folgegeneration das verwirklichen kann wenn Sie will -angesichts der weltweiten Situation wird sie höchstwahrscheinlich dazu gezwungen sein. Dazu würde natürlich auch gehören das wir ein paar Prozent des Landwirtschaftsbugdetts fordern. Anstatt eine Protected-Aerea etc. im Reckenholz. zu finanzieren.
Vieleicht ist das eine Vision -aber ohne Vision kommt man in die Deppression.

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